gehört zu der Inselgruppe der Dodekanes und ist nach Rhodos die zweitgrößte Insel dieser Gruppe.
Karpathos liegt zwischen Kreta und Rhodos. Karpathos ist ca. 48 km lang und an der breitesten Stelle misst sie 12 km, an der engsten Stelle gerade mal 3,5 km. Der höchste Berg der Insel ist der Kali Limni, welcher auch mit seiner Höhe von 1215 m der höchste Berg der Dodekanes ist.
Ja was soll ich zu Karpathos sagen, eine Insel welche uns eines besseren belehrt hat, eine Insel welche unser Herz im Sturm erobert hat. Belehrt insofern, das wir unseren Grundsatz, immer nur einmal jede Insel besuchen, um möglichst viele Inseln zu sehen, über den Haufen geschmissen haben.
Ja, Karpathos...... die Schöne, Wilde, Ursprüngliche
.... wir kamen und Sie siegte.
Karpathos, ist noch nicht so sehr bekannt. Jedoch unter Griechenlandliebhaber ist diese Insel keine unbekannte. Eigentlich bin ich glücklich darüber das diese Insel dadurch noch nicht so überlaufen ist und andererseits möchte man es in die Welt hinausposaunen wie wunderschön diese Insel doch ist. Wie schön es ist, diese Insel erleben und kennen lernen zu dürfen. Selten haben wir so eine Freundlichkeit und Gastfreundschaft erlebt. Die Inselbewohner sind total lieb, man fühl sich sehr willkommen.
Wir saßen in einer Taverne im schönen Menetes, meine Frau, Ich und 2 Tische weiter noch 3 ältereKarpathioten, welche gemütlich ihren Kaffee oder Frappe genossen haben. Einer der Drei erhob sich und verschwand in einer der zahlreichen Gassen. Wenig später kam er wieder und hielt Trauben in seiner Hand, er kam lächelnd auf uns zu und teilte währenddessen diese Menge in zwei Teile. Einen Teil davon gab er meiner Frau in die Hand und machte mit einer Geste verständlich, wir sollen doch mal diese köstlichen Trauben probieren. Er ging weiter zu seinem Tisch setzte sich und vernaschte mit seinen zwei Altersgenossen den anderen Teil der Trauben. Die Trauben waren sehr klein, aber so was von lecker, süß und total fruchtig, eben so wie die Insel und seine Bewohner..... unverfälscht ehrlich...... Natur pur.
Solche Erlebnisse hatten wir auf der Insel öfter, dass heißt jetzt nicht das man ständig etwas zu Essen geschenkt bekommt oder mit Freundlichkeit erdrückt wird. Nein, es ist eher eine ehrliche Art der Gastfreundschaft, ohne finanziellen Hintergedanken. Zudem sieht man auch die Zufriedenheit der Bewohner in ihren Augen..... eine Zufriedenheit die zeigt, dass es die kleinen Dinge im Leben sind, welche das Leben schön und lebenswert machen.
Und nun mehr über Karpathos.
Der Süden der Insel ist eher karg und flach. Schöne flache Sand- und Kiesstrände befinden sich dort, wunderschöne Fotomotive. Wenn man von Tourismus sprechen kann, dann findet er hier statt. Pigadia, die Hauptstadt der Insel und der Badeort Amoopi (es gibt von Amoopi, Amopi viele schreibweisen) befinden sich dort, hier ist die höchste Dichte der Hotels und Tavernen zu finden. Auch der Flughafen befindet sich im Süden, jedoch weit von Amoopi, bzw. Pigadia entfernt. Also so gut wie keinen, bis nahezu überhaupt keinen Fluglärm. Karpathos ist auch ein absolutes Surferparadies. Der Ägäis Wind und der Meltemi machen die Insel zu dem windsichersten Ort in Europa und ist dadurch eben bei Surfern auch sehr beliebt.
Der Westen der Insel ist dem Süden teils ähnlich. Sehr schöne Strände, kleine Hotels und Pensionen um Lefkos. Den Ort Arkassa sollte man auf jeden Fall nicht nur mit dem Auto durchfahren und rechts liegen lassen, hier lohnt es sich wirklich ....... Zeit nehmen und den griechischen Flair von Arkassa mit einen Spaziergang durch die Gassen genießen. Selbiges gilt für die meisten Orte auf Karpathos, es lohnt sich wirklich diese Orte in Ruhe zu betrachten. Weiter Richtung Norden der Straße folgend, aber noch im Westen liegend steigt die Straße an, vorbei an verbrannten Wäldern, welche einem verheerenden Waldbrand im Jahr 2005 zum Opfer gefallen sind, schlängelt sich die Straße entlang der Steilküste. Unmittelbar kurz vor dem wunderschönen Ort Messochori wird es wieder grüner und die Bäume sehen wieder nach Bäume aus. Messochori hat uns sehr, sehr gut gefallen. Ein wunderschöner Ort. Besonders zum Sonnenuntergang ist das Kafe Skopi, in bester Lage, ein absolutes Highlight und anscheinend auch noch ein richtiger Geheimtipp, denn wir waren zum Sonnenuntergang meistens alleine mit dem Besitzer Namens „Manolis“ und seinem süßen Hund „Mortis“, welche dort die Gäste bei leckeren kleinen Gerichten und gutem Wein willkommen heißen. Manolis ist ein sehr freundlicher Gastgeber, freut sich immer auf einen kleinen Plausch und gibt gerne Auskunft und Tipps über die Insel. Obwohl Messochori schon ne Meile weg ist von Amoopi (wir waren im Amoopi Bay Hotel untergebracht) hat es uns immer wieder zum Sonnenuntergang zu Manolis und Mortis gezogen und wir haben keinen Kilometer und keine Sekunde bereut.
Der Norden der Insel, ist der traditionellste Teil von Karpathos. Hier liegt Diafani und Olympos, sowie die Insel Saria, welche von Karpathos nur durch eine 200 m breite Meeresschneise getrennt ist. Das Bergdorf Olympos ist gerade auf Grund der Abgeschiedenheit lange vom Tourismus verschont geblieben und hat sich dadurch Brauchtum und sogar den dorfeigenen Dialekt, der sonst nirgendwo auf der Insel zu hören ist, bewahrt. Jedoch wird Olympos mittlerweile immer zu den gleichen Tageszeiten von Touristen, die mit Bussen vom Hafen Diafanis anreisen, sehr gut besucht. Es lohnt sich gerade deswegen eine Nacht in diesem Dorf zu bleiben, denn dann ...... wenn alle Touris (ausser uns) weg sind, ... dann erlebt man die Ruhe, die Sitten und Gewohnheiten der Olympioniten. In sehr schöner Tracht gehüllte Frauen, welche aber auch tagsüber diese Tracht tragen, gemütlich in den Tavernen sitzende Frauen und Männer, leckere Düfte von griechischen Köstlichkeiten und und und .......selbst das Brot wird wie früher nur einmal in der Woche in einem Gemeinschaftsofen gebacken und auch sonst merkt man die immer noch vorherrschende Tradition und das ist auch gut so. Olympos ...... Ruhe, Besinnlichkeit und ein ganz besonderer Moment in unserem Urlaub auf dieser schönen Insel.
Zuletzt der Osten der Insel....... für mich die spektakulärste Seite der Insel. Diese Landschaft ist unbeschreiblich und forderte ein wahres Feuerwerk meiner Kamera. Unzählige Aufnahmen, Wolkenspiele seinesgleichen suchend, spektakuläre Steilküsten, die Farben des Meeres, der Felsen..... unvorstellbar, fast unglaublich tiefintensive Färbungen, einsame Strände, welche nur zu Fuß zu erreichen sind und natürlich auch schöne breite Kiessandstrände wo man entspannt mit dem Auto hinkommt. Ein Highlight auf dieser Seite der Insel ist zweifellos die Bucht Kira Panagia. Das Postkartenmotiv schlechthin und auch der Lieblingsort meiner Frau. Auf einer Anhöhe über der Bucht thront die Marienkirche mit ihrer tiefroten Kuppel. Der Blick über die Kuppel hinunter zu diesem dunkelblauem Wasser, welches immer wieder den Sandkiesstrand umspült, dazu die steil aufsteigenden Felsen und dem typischen weiß der Häuser....... in Worte nicht zu fassen.
Natürlich hat die Insel auch eine Mitte ;-))) Was würde ich anderes schreiben, als zu schwärmen. Verträumte Dörfer, schöne Kirchen, einzigartige Ausblicke über die Insel, wunderbare Wanderwege und jede Menge ursprüngliches.
Ich muss noch die Lastoshochalm erwähnen, von der aus der Wanderweg zum Kali Limni beginnt. Da es im September noch sehr heiß war und wir beschlossen hatten uns diese Wanderung zum Kali Limni für einen späteren Zeitpunkt, sprich für unseren nächsten Urlaub, aufzuheben, verweilten wir in der dort schön gelegenen Taverne. Der Besuch bei „Thanassis“ war absolut super. Thanassis war früher in einer Sirtakigruppe sehr erfolgreich als Tänzer in ganz Griechenland unterwegs. Nach dem sehr leckeren Essen folgten sehr lustige, feuchtfröhliche Stunden, bei der er uns eine Kostprobe seines Tanztalentes gab. Thanassis ist sehr gesellig und schart seine Gäste gerne zu einer gemütlichen Runde um sich.
So........ nun muss ich doch mal zum Ende kommen.
Es gibt noch unzählig viel über Karpathos zu schreiben, aber am Besten erlebt man es Vorort, da einem manchmal die Worte fehlen um diese Insel in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit zu beschreiben.
Zu guter letzt möchten wir uns noch bei zwei ganz lieben Menschen recht herzlich bedanken.
Christiane und Sven, vielen Dank für eure Geduld mit der Ihr immer wieder unsere Fragen per Mail beantwortet habt und ein Dank auch für eure wunderschöne Homepage. Denn ohne diese eindrucksvollen Bilder, die Beschreibung der Insel, welche die Liebe von euch zu dieser Insel widerspiegelt, hätten wir Karpathos nicht entdeckt.
Ein toller Zufall war auch unser Treffen auf Karpathos, aus dem sich eine sehr nette Freundschaft mit euch entwickelt hat, die wir nie mehr missen wollen.
Auf bald mal, wir sehen uns spätestens auf Karpathos in unserer geliebten Taverna Four Seasons, bei Mike und George und einer der leckersten Pizza die ich je gegessen habe und natürlich einen, zwei, drei .... Ouzos.